Tag-Archiv für 'repression'

Support CeCe McDonald

Weitergehende Infos auf der Seite Support CeCe Mc Donald!

Am 5. Juni 2011 war CeCe McDonald mit Freund*innen im Supermarkt. Auf dem Rückweg wurden sie vor einer Bar von einem Mob Weißer rassistisch und transphob beleidigt. Als CeCe äußerte, dass ihre Gruppe Hate Speech nicht tolerieren würde, wurde ihr von einer Person ein Glas ins Gesicht geschlagen, woraufhin ihre Wange aufplatze und später mit 11 Stichen genäht werden musste. Außerdem wurde ihre Speicheldrüse massiv verletzt. Es entwickelte sich ein Kampf zwischen beiden Gruppen, wobei einer der Angreifer zu Tode kam.

Die einzige Person die an diesem Abend verhaftet wurde, war CeCe McDonald. Sie wurde in den Männerknast gesteckt und wegen Mordes angeklagt. Die Angreifenden hatten keine juristischen Konsequenzen zu befürchten.

Im Mai diesen Jahres fand die Juryauswahl für den Prozess statt. Aus Angst vor lebenslanger Freiheitsstrafe bekannte sich CeCe der Körperveletzung mit Todesfolge schuldig und bekam 41 Monate Knast. Sie hat die Chance auf verkürzte Haftzeit und könnte nach 21 Monaten wieder rauskommen. Doch auch 21 Monate und dann auch noch als afro-amerikanische trans*Frau im Männerknast sind nicht zumutbar. Zumal sich CeCe in Notwehr gegen einen rassistischen und transphoben Mob wehrte.

Zeigt euch solidarisch mit CeCe und schreibt ihr Briefe ins Gefängnis an folgende Adresse:

Chrishaun McDonald
OID #238072
Minnesota Correctional Facility-St. Cloud
2305 Minnesota Boulevard S.E.
St. Cloud, MN  56304
USA

Eilt! Abschiebung in die Türkei von Transfrau in Österreich stoppen!

Yazar Öztürk – Transfrau in Österreich soll am 15. Juni in die Türkei abgeschoben werden, wo ihr Leben akut bedroht ist. Mehr Informationen und Updates.

Schreibt Protestbriefe an die österreichischen Behörden:

DOWNLOAD: Text-Vorschlag für einen Protestbrief

Für alle die in Wien sind, Demo am Montag, 13. Juni 18:30, Treffpunkt bei der Uni-Rampe (Zwischenkundgebung: Büro des Vereins Menschenrechte, Alser
Straße 20 Abschluss: Polizeianhaltezentrum Hernals).

Yazar muss bleiben! Keine Abschiebung von Trans*menschen in die Türkei!

Repression aus dem Blickwinkel von Trans*Menschen

Aussageverweigerung
Der folgende Artikel ist in der Roten Hilfe Zeitung Ende 2010 erschienen.

Unsere Gesellschaft besteht aus zwei Geschlechtern. Welches davon für einen selbst gilt, wird bei der Geburt festgelegt. Eine Selbstzuordnung, oder gar eine Weigerung der Zuordnung ist nicht vorgesehen und stößt in der Regel auf Unverständnis oder sogar auf Gewalt. Es gibt jedoch Menschen, die dieser Norm nicht (komplett) entsprechen. Wenn wir im folgenden Text von Trans*Personen1 reden meinen wir damit Menschen, die sich mit dem ihnen bei ihrer Geburt zugewiesenen Geschlecht nicht identifizieren. Dies umfasst viele verschiedene Menschen, sowohl solche die sich weder den binären Geschlechtern „Frau und „Mann“ zuordnen, als auch Menschen, die sich einem Geschlecht zuordnen.
Da eigentlich alles in unserer Gesellschaft anhand von Geschlecht strukturiert ist, gibt es unzählige Situationen mit denen Trans*Menschen einen Umgang finden/entwickeln müssen. Da Geschlecht jedoch über Interaktion funktioniert, reicht ein eigener Umgang leider nicht aus. Das Außen stellt sich einfach zu oft quer. Ein Bereich der alle Menschen betreffen kann, aber bei linksradikalen Aktivist*innen1 besonders deutlich präsent ist, ist die Konfrontation mit der Polizei. Das spezielle daran im Bezug auf Geschlecht ist, dass es hier Bereiche gibt, in denen nicht nur unterschwellig und subtil Menschen in Geschlecht sortiert und danach behandelt werden, sondern dass eine explizite Geschlechterzuweisung stattfindet. Dies betrifft vor allem die Situationen von Kontrollen, wo die kontrollierte Person nur von einer Person „gleichen Geschlechts“ durchsucht werden darf und des Polizeigewahrsams bei dem Personen nach Geschlecht sortiert weggeschlossen (Zellen im Gefangenentransporter und in der GeSa) werden. Hier soll es nur um die für Aktivist*innen weit aus häufigere Situation des Gewahrsams gehen. Das Thema U-Haft und Knast wird erst einmal ausgeklammert. (mehr…)

The Long Way Home – Erlebnisse einer Transfrau im Polizeigewahrsam

(English version)

Anfang 2010 wurde ich festgenommen, als ich nach einer Party mit Freund_innen nach Hause gelaufen bin. Ich werde euch die Einzelheiten der Festnahme sparen, da der Prozess noch läuft. Aber ein paar Infos über mich, um den Text besser positionieren zu können – ich bin eine junge weiße Transfrau mit einem westeuropäischen Pass.

Ich wurde von Polizist_innen angegriffen, die mir Handschellen anlegten und mich hinten in einen Polizeiwagen geworfen haben. Dann wurde ich sofort gefragt, ob ich ein Mann oder eine Frau sei. Ich habe geantwortet, dass ich eine Frau bin. Eine Polizistin hat dann angefangen, mich zu durchsuchen. Meine Hände waren in Handschellen hinter meinem Rücken, also konnte sie nicht mehr als meine Hosentaschen und meine Gürteltasche durchsuchen.
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The Long Way Home – experiences of a transgender woman and arrest

(Deutsche Übersetzung)

I was arrested early 2010 in Berlin, as I was walking home from a party with friends. I‘ll skip the details as the case is still before the court, but some background info might help to position this story a bit better – I am a white young(ish) transgender woman with a west european passport.

I was attacked by several cops and handcuffed, then thrown into the back of a police truck. Immediately I was asked if I was a male or a female. I replied that I was a woman and a female cop proceeded to go through my pockets. I was sitting with my hands handcuffed behind my back, so they really couldn‘t search me beyond my front pockets and my belt-bag.

They removed my passport from my bag and they all were amazed to see the big fat M right next to Sex. Everyone stared at me. I was questioned again by two female cops if I was a woman. Of course, I answered, but what was in my pants? The sex on my passport seemed pretty unimportant to them, everything revolved around whether I had a ‚penis‘ or a ‚vagina‘. It didn‘t matter if I was a woman psychologically, but if I was „reconstructed“ (‚umgebaut‘, like a house or car). I refused to answer their stupid questions and after a short time of arguing, two female cops gave up and searched me. Shortest search ever.
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