Archiv der Kategorie 'Allgemein'

argentinien new gender law!

In Argentinien wurde nach jahrelangem Kampf von travestis und trans Personen am 9.5.2012 das „ley de idendidad de genero „verabschiedet, wonach Namen und gender/sex Eintrag in allen Dokumenten selsbtbestimmt durch einen Verwaltungsakt geändert werden kann, ohne Voraussetzung von psychatriasch-pathologische Diagnosen, anderen rechtlichen oder medizinischen Voraussetungen oder medizinischen eingriffen notwenidig sind !
Auch wurde dadurch der öffentliche Zugang zu Hormonbehandlungen und/oder operativen Eingriffen ohne die Voraussetzung von Diagnosen o.Ä. und Übernahme durch Krankenversicherungen abgedeckt-ohne, dass die Betroffenen zusätzliche Kosten übernehmen müssen!
Ein historischer Moment, der die TSG-Änderung in Deutschland 2011 als kosmetischen Reformeingriff erscheinen lässt.
englische Übersetzung des Gesetzes hier
http://www.facebook.com/note.php?note_id=289859481050307

Solidarität mit Alex und ihrer Mutter!

Psychiatrisierung und Geschlechtsnormierung
durch Jugendamt und Charité/Prof. Beier stoppen!
Diagnose „Geschlechtsidentitatsstörung“ streichen!

Die 11 jährige Alex lebt als Mädchen – entgegen ihrem bei der Geburt zugewiesenem Geschlecht. Das wird mitunter vom Jugendamt als so problematisch angesehen, dass es Alex unter Androhung der Zwangseinweisung auffordert, sich in psychiatrische Behandlung der Charité zu begeben. Diese Drohung mit Zwangsmaßnahmen kommt zu Stande durch:

- die Forderung des Vaters, der sich mit der Mutter in einem Sorgerechtsstreit befindet
- den Leiter des Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité, Klaus Beier, der großes wissenschaftliches Interesse an diesem Fall entwickelt hat
- ein Berliner Jugendamt und eine Pflegerin des Familiengerichts in Zusammenarbeit mit Vater und Prof. Beier

Prof. Beier vertritt äußerst kontroverse Ansichten, die wissenschaftlich widerlegt wurden: die erzwungene Anpassung an das Geschlecht des Geburtseintrags funktioniert nicht und quält die Betroffenen! Beier empfiehlt unter anderem, Kinder mittels Konditionierung zu „geschlechtskonformen Verhalten“ (im Bezug auf das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht) zu erziehen.
In seiner Arbeit als Professor ist Klaus Beier auch an der Ausbildung von Mediziner_innen beteiligt, und verbreitet somit falsche wissenschaftliche Theorien, die zweigeschlechtlich/sexistisch pathologisierende Gewalt darstellen. Seit Jahren protestieren Aktivist_innen gegen die objektivierenden Zwangspraktiken von Prof. Beier und seinem Team. (mehr…)

Verbindungen sprechen. Verbindungen schreiben. Verbindungen sprechen und schreiben. Verbindungen von Rassismus und Transphobie in LSBTI- Zusammenhängen. Mehr als nur ein Arbeitstitel. Der Versuch eines Anfang.

Es geht um Gewaltverhältnisse. Das Zusammenspiel von nationalstaatlich-struktureller Gewalt, sozialer und psychischer Gewalt sowie auch physischer Gewalt. Es geht darum, komplexe Gewaltverhältnisse anzusprechen, auszusprechen. Aber in welcher Sprache? Wie sprechen? Menschen werden auch in LGBTI-Kontexten diskriminiert, weil sie kein »gutes Deutsch« sprechen, oder mit »Akzent« sprechen. Was ist »gutes Deutsch«, was ist Akzent?

Weiß-deutsch aussehende Menschen, die bayrischen »Akzent« sprechen, werden nicht aufgrund ihres »Akzents« diskriminiert. Jedoch werden Menschen in staatlichen Behörden, im Supermarkt, auf der Straße, in der Schule, auf dem Arbeitsplatz und in LSBTI-Zusammenhängen diskriminiert, wenn ihr Sprechen mit »Akzent« als Indiz dafür genommen wird, dass eine Person anders ist, »hier nicht hergehört«. »Nicht-Deutsch aussehenden « Personen, Migrant_innen, Schwarzen und People of Color wird im Gegenzug allzu oft ihr »gutes akzentfreies Deutsch« bzw. ihre Zugehörigkeit und ihr Aufenthaltsrecht abgesprochen oder zumindest in Zweifel gezogen. Menschen sind schon immer migriert und für Migration gibt es viele Gründe. Sprachen sind schon immer dynamisch. Genauso wie Geschlechtsidentitäten. Jedoch werden Menschen diskriminiert, wenn ihre Stimme, ihre Stimmlage vermeintlich zu hoch oder zu tief ist für ihr Aussehen, für ihre gelebte und verkörperte Geschlechtsidentität; wenn ihr Sprechen vermeintlich nicht zu ihrem Aussehen, ihrer Hautfarbe, oder ihrem Namen passt.
erschienen auch in der Tapesh-Broschüre von LesMigras: „Verbindungen sprechen“.
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Begegnungen auf der Trans*fläche

In Kürze erscheint das Buch „Begegnungen auf der Trans*fläche – reflektiert 58 Momente des transnormalen Alltags“ bei edition assemblage.
Wenn es da ist, bekommt ihr bestimmt auch eine Rezension von uns. Die Autor*innen machen auch Lesungen, falls ihr Interesse habt, wendet euch dafür am besten an den Verlag. Jetzt erstmal aus dem Ankündigungstext:

„Vielschichtige Kurzgeschichten und Zeichnungen erzählen von den Absurditäten des Trans*alltags. Aus der Sicht von autonomen/anarchistischen/queer-feministischen trans*Leuten (so was gibt’s!) und ihrem Umfeld. Bücher, die sich geisteswissenschaftlich oder medizinisch mit dem „Phänomen“ trans* beschäftigen, gibt es viele. Hier ist endlich ein Buch mit Geschichten und Bildern, über die mensch auch mal herzhaft und befreiend lachen kann – der Zwang, sich 1nem von 2 Geschlechtern zuordnen zu müssen, bringt reichlich groteske Situationen hervor.

Das Ganze als Kollektiv herauszugeben ist uns auch als politischer Ausdruck ein Anliegen – besonders zu einer Zeit, in der Individualisierung groß geschrieben wird. Zudem beinhaltet es für uns, dass wir miteinander zu tun haben und wir die vielfältigen normierenden/diskriminierenden/repressiven Situationen nicht als persönliche Einzelerlebnisse wahrnehmen, sondern als Teil eines Gesamtkomplexes, dem wir gemeinsam etwas entgegensetzen möchten.“ (mehr…)

Same discussions as every year Intervention gegen die (bewusste oder unbewusste) Ausgrenzung von trans*Frauen

english version is coming soon…

gelayoutete pdf-Version

Die Diskussion um die Frage, ob trans*Frauen Zugang zu Frauen(Lesben)räumen haben, ist nicht neu. Es ist schon an vielen Orten immer wieder – auch sehr verletzend – darüber debattiert worden – mit unterschiedlichen Ergebnissen.
An sich reicht eigentlich die Feststellung, dass die wenigsten Frauenräume „CisFrauenraum“ heißen und trans*Frauen ja nunmal Frauen sind und somit selbstverständlich Zugang zu Frauenräumen haben. Doch angesichts der wiederkehrenden Auseinandersetzungen scheint es so einfach nicht zu sein. Die Argumente wurden über die Jahre ausgetauscht, ein für alle vertretbarer Konsens scheint dennoch in weiter Ferne. Wir versuchen mit diesem Text die Diskussion ein wenig aufzudröseln und zu sortieren, denn Frauenraum ist nicht gleich Frauenraum und Gegenargument nicht gleich Gegenargument und unser Wahrnehmung nach geht da häufig viel zu viel durcheinander. Wir, das sind trans*Männer – oder sowas in der Art –, die sich früher teilweise auch in Frauenräumen bewegt und sie mitgestaltet haben. (mehr…)

Nächste Vortragstermine: 09./10.02. + 11.03.

Den Vortrag von w.i.r. „trans* – transphobie – trans*support für Anfänger*innen und Fortgeschrittene“ gibt es das nächste mal am 09. Fe­bru­ar 20Uhr in Ham­burg (bei der Vokü in der Roten Flora – Fut­ter gibts ab 19Uhr), am 10. Fe­bru­ar in Kiel (Hansa 48) und am 11. März 10Uhr (für die Uhr­zeit kön­nen wir nichts!) – Düs­sel­dorf beim to­ge­ther fes­ti­val.

Eilt! Abschiebung in die Türkei von Transfrau in Österreich stoppen!

Yazar Öztürk – Transfrau in Österreich soll am 15. Juni in die Türkei abgeschoben werden, wo ihr Leben akut bedroht ist. Mehr Informationen und Updates.

Schreibt Protestbriefe an die österreichischen Behörden:

DOWNLOAD: Text-Vorschlag für einen Protestbrief

Für alle die in Wien sind, Demo am Montag, 13. Juni 18:30, Treffpunkt bei der Uni-Rampe (Zwischenkundgebung: Büro des Vereins Menschenrechte, Alser
Straße 20 Abschluss: Polizeianhaltezentrum Hernals).

Yazar muss bleiben! Keine Abschiebung von Trans*menschen in die Türkei!

Oldenburg: Demo gegen Trans*- und Homophobie

Samstag 14.05.2011 – 14 Uhr Bahnhofsvorplatz Oldenburg

Internationaler Tag gegen Trans*- und Homophobie – wir nehmen den Tag zum Anlass für eine offene_aktionsreiche_Demo in Oldenburg. Seit 2005 findet dieser Tag jährlich am 17. Mai statt – das Datum geht auf den 17. Mai 1990 zurück, an dem die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität als Krankheitsbild aus ihrer Liste strich!

Doch was ist eigentlich Trans*- und Homophobie?
Homophobie wird als negative Einstellung und emotionale Haltung gegenüber Homosexualität verstanden, die gesellschaftlich erlernt und weit verbreitet ist. Trans*phobie kann begriffen werden als abwertende Sichtweisen auf Menschen und Lebensentwürfe, die nicht den traditionellen Normen von Geschlecht entsprechen. Diese vourteilshaften Gefühle stärken und produzieren Stereotype, Diskriminierungen und Gewalt gegen Trans*personen und Homosexuelle. Diese „Phobien“,wie der Begriff nahe legen könnte, kommen nicht von irgendwo und sind auch kein individuelles Phänomen. Dahinter steht ein gesellschaftliches Denk- und Ordnungssystem, das durch und durch geprägt ist von dem Mythos der natürlichen und unveränderlichen Zweigeschlechtlichkeit. Also der Vorstellung, mensch sei von Natur aus entweder „Frau“ oder „Mann“ und bleibe dies ein Leben lang. Diesen Mythos gilt es, zu Fall zu bringen! (mehr…)

2 Hot Transsexuals finally give some answers (mit deutschem Untertitel)

Repression aus dem Blickwinkel von Trans*Menschen

Aussageverweigerung
Der folgende Artikel ist in der Roten Hilfe Zeitung Ende 2010 erschienen.

Unsere Gesellschaft besteht aus zwei Geschlechtern. Welches davon für einen selbst gilt, wird bei der Geburt festgelegt. Eine Selbstzuordnung, oder gar eine Weigerung der Zuordnung ist nicht vorgesehen und stößt in der Regel auf Unverständnis oder sogar auf Gewalt. Es gibt jedoch Menschen, die dieser Norm nicht (komplett) entsprechen. Wenn wir im folgenden Text von Trans*Personen1 reden meinen wir damit Menschen, die sich mit dem ihnen bei ihrer Geburt zugewiesenen Geschlecht nicht identifizieren. Dies umfasst viele verschiedene Menschen, sowohl solche die sich weder den binären Geschlechtern „Frau und „Mann“ zuordnen, als auch Menschen, die sich einem Geschlecht zuordnen.
Da eigentlich alles in unserer Gesellschaft anhand von Geschlecht strukturiert ist, gibt es unzählige Situationen mit denen Trans*Menschen einen Umgang finden/entwickeln müssen. Da Geschlecht jedoch über Interaktion funktioniert, reicht ein eigener Umgang leider nicht aus. Das Außen stellt sich einfach zu oft quer. Ein Bereich der alle Menschen betreffen kann, aber bei linksradikalen Aktivist*innen1 besonders deutlich präsent ist, ist die Konfrontation mit der Polizei. Das spezielle daran im Bezug auf Geschlecht ist, dass es hier Bereiche gibt, in denen nicht nur unterschwellig und subtil Menschen in Geschlecht sortiert und danach behandelt werden, sondern dass eine explizite Geschlechterzuweisung stattfindet. Dies betrifft vor allem die Situationen von Kontrollen, wo die kontrollierte Person nur von einer Person „gleichen Geschlechts“ durchsucht werden darf und des Polizeigewahrsams bei dem Personen nach Geschlecht sortiert weggeschlossen (Zellen im Gefangenentransporter und in der GeSa) werden. Hier soll es nur um die für Aktivist*innen weit aus häufigere Situation des Gewahrsams gehen. Das Thema U-Haft und Knast wird erst einmal ausgeklammert. (mehr…)