Solidarität mit Alex und ihrer Mutter!

Psychiatrisierung und Geschlechtsnormierung
durch Jugendamt und Charité/Prof. Beier stoppen!
Diagnose „Geschlechtsidentitatsstörung“ streichen!

Die 11 jährige Alex lebt als Mädchen – entgegen ihrem bei der Geburt zugewiesenem Geschlecht. Das wird mitunter vom Jugendamt als so problematisch angesehen, dass es Alex unter Androhung der Zwangseinweisung auffordert, sich in psychiatrische Behandlung der Charité zu begeben. Diese Drohung mit Zwangsmaßnahmen kommt zu Stande durch:

- die Forderung des Vaters, der sich mit der Mutter in einem Sorgerechtsstreit befindet
- den Leiter des Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité, Klaus Beier, der großes wissenschaftliches Interesse an diesem Fall entwickelt hat
- ein Berliner Jugendamt und eine Pflegerin des Familiengerichts in Zusammenarbeit mit Vater und Prof. Beier

Prof. Beier vertritt äußerst kontroverse Ansichten, die wissenschaftlich widerlegt wurden: die erzwungene Anpassung an das Geschlecht des Geburtseintrags funktioniert nicht und quält die Betroffenen! Beier empfiehlt unter anderem, Kinder mittels Konditionierung zu „geschlechtskonformen Verhalten“ (im Bezug auf das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht) zu erziehen.
In seiner Arbeit als Professor ist Klaus Beier auch an der Ausbildung von Mediziner_innen beteiligt, und verbreitet somit falsche wissenschaftliche Theorien, die zweigeschlechtlich/sexistisch pathologisierende Gewalt darstellen. Seit Jahren protestieren Aktivist_innen gegen die objektivierenden Zwangspraktiken von Prof. Beier und seinem Team.

Die Krankheitskataloge ICD 10 und DSM 4 nach denen sich Mediziner_innen richten, unterstützen mit ihren Diagnosekategorien von „Geschlechtsidentitätsstörung“ eine solche Pathologisierung und Zwangsbehandlung von trans*Menschen.
Übrigens: Nächstes Jahr sollen neue Krankheitskataloge verabschiedet werden, die das Selbstbestimmungsrecht von trans* Menschen noch mehr missachten könnten!

Bei Alex‘ Situation kommt noch hinzu, dass sie erst 11 Jahre alt ist. Alex‘ Mutter, die ihre Tochter in ihrer Identität unterstützt, wurde bereits das Gesundheitsfürsorgerecht entzogen. Dies führt dazu, dass jetzt das Recht von Alex auf freie Ärzt_innenwahl nicht respektiert wird, – das Jugendamt weist die Psychiater_innen zu!

Sollte der Mutter das Sorgerecht komplett entzogen werden, will das Jugendamt Alex in die geschlossene Psychiatrie einweisen! Das wollen wir nicht zulassen!

Schluss mit Pathologisierung und Psychatrisierungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die nicht demjenigen Geschlecht entsprechen, welches in ihrer Geburtsurkunde festgelegt wurde!

Das ist gegen die Menschenwürde und verletzt die psychische und physische Integrität, sowie das Recht auf Selbstbestimmung! Das ist patriarchale und zweigeschlechtlich normierende Gewalt! Dies ist keine Einzelgeschichte – Institutionen wie das Jugendamt und die Charité üben durch Zwang und psychischen Druck Gewalt auf Menschen aus!

Auch im internationalen Recht (UN-Prüfungsauschuss des UN-Menschenrechtsabkommens CEDAW und beim Menschenrechtsrat) wurde bereits die Beseitigung jeder Form der Diskriminierung aufgrund von Gender und das Recht auf freie Wahl der Gender Identität beschlossen!

psychiatrisierung und geschlechtsnormierung durch Jugendamt und Beier stoppen!

Zwangspsychiatrisierung sofort stoppen!

Recht auf freie Persönlichkeitsentfaltung!

Für eine Selbstbestimmte medizinische Versorgung!
- für Kinder, Jugendliche und Erwachsene!

Stopp die Pathologisierung von trans Menschen!
- das eigene geschlecht zu leben ist ein recht – keine krankheit!

Schluss mit Geschlechtsnormierung, Pathologisierung und Zwangspsychiatrisierung!

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Was ist Pathologisierung?

Pathologisierung ist die Deutung von Verhaltensweisen, Empfindungen, Wahrnehmungen, Gedanken, sozialen Verhältnissen oder zwischenmenschlichen Beziehungen als krankhaft. Diese Verurteilung wird nicht als solche zur Sprache gebracht, sondern als medizinische Tatsache behauptet,um die jeweilige Person zu diskreditiren , sie nicht ernst nehmen zu müssen und um über ihren Kopf hinweg entscheiden zu können, d.h. letztendlich, sie zu entmündigen.
Die Psychiatrie ist ein Instrument zur Normierung der Gesellschaft gemäß der herrschenden Machtverhältnisse und der Normen weisser, männlichhegemonialer, zweigeschlechtlicher Heterosexualität der Mittelschicht. Alle die diese Normen, und damit die Machtverhältnisse, in Frage stellen laufen Gefahr, pathologisiert zu werden.
Die Zwangseinweisung und Zwangsbehandlung bedeutet, dass Betroffenen sämtliche Rechte entzogen werden und eine elementare Verletzung der Selbstbestimmung!

Wir sind ein breites Bündnis von verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen. Das Bündnis wird unterstützt unter anderen von: Triq, ABqueer, GLADT, LesMigras, autotrans, TCSD, AK Psychatriekritik, atme e. V., Berliner STP-Kampagen, IfEB e.V. (Interessengemeinschaft freiberuflicher Einzelfallhelfer_innen Berlin), Initiative für einen geschlechtergerechten Haushalt in Berlin und mehr

mehr informationen zu Pathologisierung von Trans* und den Kämpfen dagegen:
stp2012.info | atme-ev.de | freakoutcrazy.wordpress.com

*26. März 2012, 15h*
*Kundgebung*
*vor dem Berliner Senat für Bildung, Jugend und Wissenschaft*
*Bernhard-Weiß-Straße 6*
*10178 Berlin-Mitte*
*U Alex oder Schillingstr *

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1 Antwort auf „Solidarität mit Alex und ihrer Mutter!“


  1. Gravatar Icon 1 Unglaublich 23. März 2012 um 20:57 Uhr

    Das darf nicht sein!!! Was für eine widerliche Sache.

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