Archiv für Februar 2012

Verbindungen sprechen. Verbindungen schreiben. Verbindungen sprechen und schreiben. Verbindungen von Rassismus und Transphobie in LSBTI- Zusammenhängen. Mehr als nur ein Arbeitstitel. Der Versuch eines Anfang.

Es geht um Gewaltverhältnisse. Das Zusammenspiel von nationalstaatlich-struktureller Gewalt, sozialer und psychischer Gewalt sowie auch physischer Gewalt. Es geht darum, komplexe Gewaltverhältnisse anzusprechen, auszusprechen. Aber in welcher Sprache? Wie sprechen? Menschen werden auch in LGBTI-Kontexten diskriminiert, weil sie kein »gutes Deutsch« sprechen, oder mit »Akzent« sprechen. Was ist »gutes Deutsch«, was ist Akzent?

Weiß-deutsch aussehende Menschen, die bayrischen »Akzent« sprechen, werden nicht aufgrund ihres »Akzents« diskriminiert. Jedoch werden Menschen in staatlichen Behörden, im Supermarkt, auf der Straße, in der Schule, auf dem Arbeitsplatz und in LSBTI-Zusammenhängen diskriminiert, wenn ihr Sprechen mit »Akzent« als Indiz dafür genommen wird, dass eine Person anders ist, »hier nicht hergehört«. »Nicht-Deutsch aussehenden « Personen, Migrant_innen, Schwarzen und People of Color wird im Gegenzug allzu oft ihr »gutes akzentfreies Deutsch« bzw. ihre Zugehörigkeit und ihr Aufenthaltsrecht abgesprochen oder zumindest in Zweifel gezogen. Menschen sind schon immer migriert und für Migration gibt es viele Gründe. Sprachen sind schon immer dynamisch. Genauso wie Geschlechtsidentitäten. Jedoch werden Menschen diskriminiert, wenn ihre Stimme, ihre Stimmlage vermeintlich zu hoch oder zu tief ist für ihr Aussehen, für ihre gelebte und verkörperte Geschlechtsidentität; wenn ihr Sprechen vermeintlich nicht zu ihrem Aussehen, ihrer Hautfarbe, oder ihrem Namen passt.
erschienen auch in der Tapesh-Broschüre von LesMigras: „Verbindungen sprechen“.
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Begegnungen auf der Trans*fläche

In Kürze erscheint das Buch „Begegnungen auf der Trans*fläche – reflektiert 58 Momente des transnormalen Alltags“ bei edition assemblage.
Wenn es da ist, bekommt ihr bestimmt auch eine Rezension von uns. Die Autor*innen machen auch Lesungen, falls ihr Interesse habt, wendet euch dafür am besten an den Verlag. Jetzt erstmal aus dem Ankündigungstext:

„Vielschichtige Kurzgeschichten und Zeichnungen erzählen von den Absurditäten des Trans*alltags. Aus der Sicht von autonomen/anarchistischen/queer-feministischen trans*Leuten (so was gibt’s!) und ihrem Umfeld. Bücher, die sich geisteswissenschaftlich oder medizinisch mit dem „Phänomen“ trans* beschäftigen, gibt es viele. Hier ist endlich ein Buch mit Geschichten und Bildern, über die mensch auch mal herzhaft und befreiend lachen kann – der Zwang, sich 1nem von 2 Geschlechtern zuordnen zu müssen, bringt reichlich groteske Situationen hervor.

Das Ganze als Kollektiv herauszugeben ist uns auch als politischer Ausdruck ein Anliegen – besonders zu einer Zeit, in der Individualisierung groß geschrieben wird. Zudem beinhaltet es für uns, dass wir miteinander zu tun haben und wir die vielfältigen normierenden/diskriminierenden/repressiven Situationen nicht als persönliche Einzelerlebnisse wahrnehmen, sondern als Teil eines Gesamtkomplexes, dem wir gemeinsam etwas entgegensetzen möchten.“ (mehr…)